Aus- und Weiterbildung

2023 wird das Europäische Jahr der Kompetenzen

Viele europäische Unternehmen haben Probleme qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Deswegen erklärt die EU-Kommission 2023 zum Jahr der Aus- und Weiterbildung. Besonders jungen Menschen soll dadurch der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden

Eine Hand hält ein Smartphone hoch, aus dem ein Hologramm mit der Aufschrift „Skills“ erscheint.

Mehr als drei Viertel der Unternehmen in der EU haben Schwierigkeiten, Arbeitskräfte mit den geeigneten Qualifikationen zu finden. Gleichzeitig nehmen nur 37 Prozent der Erwachsenen regelmäßig an Weiterbildungen teil.

Diesem Mangel will die EU-Kommission in kommendem Jahr entgegenwirken und die Aus- und Weiterbildung fördern. Deswegen hat sie das Jahr 2023 zum Jahr der Kompetenzen „European Year of Skills“ erklärt. Den Vorschlag hatte ursprünglich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union eingebracht.

Maßnahmen des „European Year of Skills“

  • Investitionen in Aus- und Weiterbildung
  • Bessere Qualifizierung: die Gewährleistung arbeitsmarktrelevanter Kompetenzen, auch in Zusammenarbeit mit Sozialpartnern und Unternehmen
  • Migration: die Anwerbung von Drittstaatsangehörigen mit den in der EU benötigten Kompetenzen (diese soll unter anderem durch bessere Lernangebote, die Stärkung der Mobilität sowie die leichtere Anerkennung von Qualifikationen erfolgen)
  • Abstimmung auf das Arbeitsmarktangebot

Einen besonderen Schwerpunkt will die Europäische Kommission darauf legen, Frauen und junge Menschen auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Die Maßnahmen sollen insbesondere diejenigen ansprechen, die weder arbeiten noch eine schulische oder anderweitige Ausbildung absolvieren.

Ziel

EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit: „Kompetenzen bedeuten Arbeitsplätze, hochwertige Arbeitsplätze. Während des Europäischen Jahres der Kompetenzen haben wir die Gelegenheit, durch arbeitsmarktorientierte Ausbildung den Arbeitskräftemangel anzugehen.“

Mit den Maßnahmen sollen die für 2030 gesetzten Ziele einer Beschäftigungsquote von 78 Prozent und einer Ausbildungsquote von 60 Prozent der Erwachsenen pro Jahr erreicht werden.

Insgesamt soll im Einklang mit den Zielen und Wünschen der Bürger Europas

  • die Wettbewerbsfähigkeit der EU gestärkt
  • Investitionen gezielter ausgerichtet
  • und mit Unternehmen zusammengearbeitet werden

Initiative Deep Tech Talent

Zugleich kündigte die EU-Kommission im Zuge ihrer neuen Innovationsagenda die „Initiative Deep Tech Talent“ an. Gemeinsam mit dem Europäischen Institut für Innovation und Technologie (EIT) werden bis 2025 eine Million Talente gefördert, darunter auch gezielt junge Innovatorinnen. Die Mitgliedsstaaten sollen die Initiative zur Förderung von Nachwuchskräften in den Bereichen Physik, Chemie, Lebens- und Ingenieurwissenschaften besonders unterstützen.