11.04.2024

Eurydice-Bericht März 2023

Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen in Europa und Belgien

Der Bericht des europäische Bildungsinformationsnetzwerks hat das Ziel, politische Entwicklungen im Bereich des (Fremd-)Sprachenunterrichts an den Schulen in Europa nachzuverfolgen, zu vergleichen und zu analysieren.

Der Bericht enthält 51 Indikatoren, die ein breites Spektrum wichtiger Themen für die
(Fremd-)Sprachenpolitik in Europa und Belgien abdecken. Die Daten des Eurydice-Netzes werden durch Eurostat-Daten und Daten aus zwei internationalen Erhebungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergänzt:

  • AdobeStock_69389609_C_vegefox_com
    dem 2018 Programme for International Student Assessment (PISA)
  • der 2018 Teaching and Learning International Survey (TALIS)

Der Eurydice-Bericht enthält u.a. zahlreiche Grafiken, die einen Vergleich der verschiedenen europäischen Bildungssysteme in Bezug auf den Sprachenerwerb ermöglichen.

Rückschlüsse für die Deutschsprachige Gemeinschaft

Diese Feststellungen aus dem Eurydice-Bericht in Bezug auf den Fremdsprachenerwerb sind besonders interessant für die Deutschsprachige Gemeinschaft:

  • In nur sechs der 35 Ländern, die an der Eurydice-Datensammlung teilgenommen haben, beginnt der verpflichtende Fremdsprachenerwerb vor dem Alter von 6 Jahren – so unter anderem in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
  • Mit dem Erwerb einer zweiten Fremdsprache beginnen Schülerinnen und Schüler in der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Verhältnis zu den meisten anderen Ländern eher später.
  • Im europäischen Durchschnitt sprechen laut Ergebnissen der PISA-Studie 88,5 Prozent der 15-Jährigen zu Hause hauptsächlich die Unterrichtssprache, während dies in der Deutschsprachigen Gemeinschaft lediglich bei 75,9 Prozent der 15-Jährigen der Fall ist.
  • In der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Luxemburg und Malta ist die erste Fremdsprache, die unterrichtet wird, auch Unterrichtssprache in manchen Schulen. Im europäischen Vergleich sehen diese drei Bildungssysteme mehr Unterrichtszeit für diese Fremdsprache vor als andere Bildungssysteme für deren erste Fremdsprache.

Den kompletten Bericht finden Sie unter den weiterführenden Links.

Veranstaltung zum Praxis-Transfer in Belgien

 

Anlässlich der Veröffentlichung des 5. Eurydice-Berichts zum schulischen Fremdsprachenunterricht veranstalteten die drei belgischen Sprachgemeinschaften 2023 eine gemeinsame, mehrsprachige Veranstaltung. Die Deutschsprachige Gemeinschaft freute sich, die Ergebnisse gemeinsam mit interessierten Bildungsakteuren zu erkunden, die verschiedenen Systeme zu vergleichen und sich von Best-Practice-Beispielen in Belgien und Europa inspirieren zu lassen.

Sprachliche Vielfalt in der EU

Eurydice Logo

Die sprachliche Vielfalt ist Teil der europäischen DNA. Das Mosaik der europäischen Sprachen umfasst nicht nur die offiziellen Staatssprachen der Länder, sondern auch die Regional- oder Minderheitensprachen, die seit Jahrhunderten auf dem europäischen Kontinent gesprochen werden, sowie die Sprachen, die von Migranten mitgebracht wurden. Die Unterstützung der Sprachenvielfalt und die Förderung des Sprachenlernens ist eine konstante politische Leitlinie der Europäischen Union.