Gemeindearchive in der Großregion im Fokus

Interreg Projekt ArchGov+ erfolgreich gestartet

Am 19. Juni 2026 fand in Eupen die Auftaktveranstaltung des Interreg Projekts ArchGov+ statt. Die Veranstaltung bot den rund 40 Teilnehmenden die Gelegenheit, sich intensiv über die Situation der Gemeindearchive in der Großregion auszutauschen.

Gemeindearchive in der Großregion fit für die Zukunft machen - darum geht es im Interreg Projekt ArchGov+, welches im Oktober 2025 durch das Interreg Programm der Großregion genehmigt wurde. ArchGov+ ist die Abkürzung für den Projekttitel „ArchivGovernance Plus - Gemeinsame Lösungen für Grenzregionen“. Das Staatsarchiv in Eupen hatte dazu die Initiative ergriffen und ist federführend in der Umsetzung. Weitere Partner sind das Nationalarchiv Luxemburg und 20 strategische Projektpartner, darunter die 9 ostbelgischen Gemeinden sowie weitere Partner aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich.

Kick-Off für grenzüberschreitende Kooperation

„Die Qualität der Beiträge und Diskussionen hat das erhebliche Potenzial einer verstärkten Zusammenarbeit deutlich gemacht. Die Vorträge werden demnächst als Online-Dokumentation veröffentlicht."
Corinne Triolet, Projektleiterin Staatsarchiv Eupen

Die Veranstaltung am 19. Juni bot die Gelegenheit, sich über die Situation der Gemeindearchive in den verschiedenen Teilgebieten der Großregion auszutauschen. Dieter Schlenker, Direktor des Historischen Archivs der Europäischen Union, ging in seinem Gastbeitrag zum Thema „Archivarbeit im transnationalen europäischen Kontext  - Das Historische Archiv der Europäischen Union“ auf die europäische Perspektive ein. Er unterstrich dabei die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit für die Bewahrung und Vermittlung unseres gemeinsamen Kulturerbes. Im Anschluss lieferten zahlreiche Beiträge von Gemeinde- und Kreisarchivaren sowie nationalen Archiveinrichtungen aus Deutschland, Belgien und Luxemburg einen guten Einblick in die Herausforderungen und Rahmenbedingungen der kommunalen Archivarbeit und bilden damit eine gute Grundlage für die weiteren Projektaktivitäten.

Das Projekt

 

Die Digitalisierung, sich verändernde Rahmenbedingungen sowie der Klimawandel stellen die Gemeindeverwaltungen in ihrer Archivarbeit vor große Herausforderungen. Genau hier setzt das grenzüberschreitende Projekt an. Ziel ist es, die Archivkultur und Aktenführung in den ländlich geprägten Kommunalverwaltungen im Projektgebiet zu verbessern und Verwaltungen beim Aufbau moderner Archivstrukturen durch fachliche Unterstützung und mittels praxisorientierter Werkzeuge zu unterstützen. Dabei setzen die Projektpartner bewusst bereits bei der Erstellung von Akten an, um so eine spätere professionelle Archivierung und schnelle sowie effiziente Verwaltung der erstellten Akten zu gewährleisten. 

Das Projekt besteht aus drei Säulen:

  • einem strukturierten, zwei Mal jährlich stattfindendem, fachlichen Austausch zu zentralen und neuen Herausforderungen für Kommunalarchive zwischen den Projektpartnern, an deren Ende eine Best-Practice-Studie in vergleichender Perspektive stehen wird
  • die Entwicklung einer frei zugänglichen e-Learning Plattform  
  • die praktische Begleitung der Gemeinden bei archivischen Kernaufgaben

Projekt-Eckdaten

Die Projektdauer beträgt drei Jahre von Januar 2026 bis Ende 2028. Das Projekt wird mit 785.112,97 EUR an Geldern aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert, was 57% des Gesamtbudgets entspricht. Das Gesamtbudget für das Staatsarchiv in Eupen liegt bei 678.773,40 Euro, wovon 386.900,83 Euro EFRE-Mittel sind.

Das Programm Interreg Großregion unterstützt seit über 30 Jahren Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen lokalen und regionalen Akteuren aus den Teilgebieten, aus denen sich die Großregion zusammensetzt.

Fast 182 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stehen dem Programm Interreg Großregion von 2021 bis 2027 zur Verfügung, um grenzüberschreitende Projekte zu unterstützen.